Der Landbote, 6. Oktober 2010: «Der Gitarre die Ehre verschafft»

Träumerische Renaissanceklänge und zeitgenössisch feurige Musik aus dem Süden: Das Frauenquartett Donne & Corde verzauberte sein Publikum mit erstklassigem Gitarrenspiel.
Die klassische Gitarre wird gerne als einfaches, unspektakuläres Begleitinstrument betrachtet. Dass sie viel mehr sein kann, haben Donne & Corde am Sonntagabend in der reformierten Kirche Wiesendan- gen gezeigt. Die vier Musikerinnen Patricia Bächtold, Nicole Henger, Priska Herzog und Sylvia Yersin boten virtuos dargebotene Kammermusik auf der klassischen Gitarre. Als Auftakt spielte das Ensemble Werke des englischen Renaissancemusikers John Dowland, die von ihrer Anmut hier für das Quartett wie gemacht schienen. Die melan- cholisch intensiven Klänge entführten in die grosse Zeit des englischen Hofes und der Lautenisten. Vor allem das «Lachrimae pavane» – oder besser bekannt unter dem Titel «Flow My Tears» – versprühte die Schönheit dieser traurigen Klangwelt.
Mit dem englischen Gitarristen und Musikkritiker John William Duarte wechselte das Ensemble in die Neuzeit und stimmte mit dem dreisätzigen Werk «Concerto democratico» jazzigere Töne an. Vor allem im ersten und dritten Satz kamen diese herrlich swingenden Jazzelemente wirkungsvoll zur Geltung. Der exzellent gespielte ruhige zweite Satz machte indessen Duartes Vielschichtigkeit sichtbar. (...)

Christine Bachmann


Elgger Zeitung Juni 2007


"...Im Alltag begegnet man der Gitarre meistens als Begleiterin zum Volkslied oder als lärmendes (natürlich elektrisch verstärkt!) Instrument in der Rock- und Popmusik, wobei sich das Können der Musikanten meist auf wenige Grife beschränkt, um einige Grundakkorde wiedergeben zu können. Dass es auch anders geht, bewiesen die vier Musikerinnen mit ihrem wunderschönen Konzert, das die Gitarre als voll entwickeltes Instrument darstellte, welches für intime Kammermusik geradezu prädestiniert ist.

...die romantischen Klänge von Claude Debussy in „Rêverie“ und „La fille aux cheveux de lin“ blieben dem Original nichts schuldig. ..Besonderes musikalisches und technisches Können war im „Concerto democratico“ von J.W. Duarte und in den beiden Werken „Baiao de Gude“ und „A Furiosa“ von Bellinati gefragt. Letzteres setzte den fulminanten Schlusspunkt zu einem Konzert, bei welchem vier gut aufeinander eingespielte Musikerinnen beglückende Kammermusik anderer Art dargeboten hatten."

Hans Künzle

Zürcher Oberländer

"Im Gitarrenquartett musizieren vier Frauen gemeinsam, voll konzentriert, virtuos und einfühlend. Eine Gitarre lässt nicht nur Musik erklingen, sie singt, füstert, summt oder tanzt und wirbelt in glutvollen Rhythmen. Zu viert sind Gitarren ein starkes Gespann – und doch wieder leise, verträumt, durchsichtig, vielschichtig. Währenddem das Lieblich-Melodiöse in einer Pavane von Maurice Ravel besonders schön und klar hervorgehoben wird, geht es im „Furiosa“ in moderner Form feurig rhythmisch bewegt und in rauschendem Wirbel – gespickt mit technischen Raffinessen – zurück zum Ursprung der gitarristischen Möglichkeiten..."

Susi Hofmann